Verbands-Sportdirektor – Alex Chatelain ist der grosse Favorit
Noch bis zum 1. Juni dient Lars Weibel als Sportdirektor zwei Herren: Dem Verband (der seinen Lohn bezahlt) und Ambri, wo er als Phantom-Sportdirektor bereits alle Entscheidungen fällt, aber offiziell erst am 1. Juni in Erscheinung treten darf.
Aus der grossen Anzahl Bewerbungen hat ein Gremium unter dem Vorsitz des neuen Verbandspräsidenten Urs Kessler nun drei Kandidaten herausgesucht.
- Paolo Duca (44): ehemaliger Nationalspieler, langjähriger Sportchef in Ambri und nach dem Rücktritt im letzten Herbst ohne Beschäftigung im Hockey.
- Patrick von Gunten (41): WM-Silberheld von 2013, zurzeit im OK der Hockey-WM 2026 in Zürich und Fribourg.
- Alex Chatelain (48): ab 2016 bis 2021 als Erbe von Sven Leuenberger Sportchef beim SC Bern. Nach einem Intermezzo als Geschäftsführer beim SC Langenthal nun Golfplatz-General.
Für den gutgläubigen Laien, der nichts von Sportpolitik versteht, ist klar: Paolo Duca ist himmelhoher Favorit. Er bringt alles mit: eine starke Persönlichkeit, Charisma, Sprachkenntnisse, Hockeykompetenz und ein internationales Netzwerk. Noch wichtiger: Er hat einst dem neuen Nationaltrainer Jan Cadieux beim Farmteam den ersten Job als Headcoach im Profihockey gegeben und versteht sich mit ihm bestens. Darüber hinaus hat er in Ambri fast acht Jahre lang mit dem neuen U20-Nationaltrainer Luca Cereda gearbeitet. Der perfekte Verbands-Sportdirektor.
Aber der gutgläubige Laie beachtet etwas nicht: Beim Amt des Verbands-Sportdirektors geht es um Politik und erst in zweiter Linie um Sport. Also nicht zu viel fordern, nicht zu initiativ sein, nicht für Unruhe sorgen, nicht mit viel Charisma womöglich den neuen Nationaltrainer Jan Cadieux in den Schatten stellen und die Medien meiden wie der Teufel das geweihte Wasser.
Wichtiger ist schlauer Opportunismus, um sich geräusch- und klaglos in der Verbandsadministration einordnen zu können. Ähnlich wie beim Ober- und Untersportchef in Bern – der SCB ist neben dem Verband die grösste und am meisten verpolitisierte Organisation in unserem Hockey.
So gesehen ist es nicht ganz überraschend, dass verlässliche Gewährsleute aus den Verbandsbüros melden: Dem Verbands-Verwaltungsrat soll einer mit langjähriger SCB-Praxis zeitnah als Einervorschlag zur Wahl empfohlen werden: Alex Chatelain. Eine kluge Wahl für ein Amt, bei dem Politik wichtiger ist als Sport. Ob ZSC-Manager Peter Zahner, sozusagen der Dissident im Verbands-Verwaltungsrat (wo er die Interessen der National League vertritt), das auch so sieht?
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